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WIENER ZEITUNG / 12. September 2002
 

"Haben Bananen Reflexe?" von Claudia Aigner

 

Nennen wir sie "Entbinde-mich-Barbie" (in Anlehnung an den unvergessenen "Rasier-mich-Ken", den einzigen Ken mit Verdacht auf Testosteron). In einem Aufklärungsfilm (Prädikat: leicht traumatisierend) kommt Barbie nicht mit unverwüstlicher Wespentaille, sondern mit einer Hummeltaille ins Krankenhaus, also mit einer Leibesmitte der Gattung "Bombus terrestris". Und trägt ein Umstandskleid. Das haut mein Weltbild völlig über den Haufen. Ja bringt denn die kleinen Barbies und Kens nicht eigentlich Mattel, der amtierende Storch im rosaroten Barbie-Universum?
In der Fotogalerie (Währinger Straße 59) geht es noch bis 1. Oktober um das Phänomen "Mutter". Und in Ina Loitzls herrlich boshaftem Video "Happy Birth Barbie" setzt die Aufklärung halt nicht schon dort ein, wo die Blümchen von der Funktionsweise der Bienchen übertölpelt werden, sondern erst bei den Spätfolgen des "Pollenraubs" (wie Bienen, die in Wimbledonkreisen herumsummen, neuerdings zur Bestäubung sagen). Und dann doktert auch noch der Gynäkologe Dr. Ken mit Liebe zum geburtshelferischen Detail an Barbie herum. Schließlich die Ernüchterung nach den erfolgreich absolvierten Geburtswehen. (Barbie: "Ist das jetzt mein neuer Fulltimejob?") Köstlich.