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KLEINE ZEITUNG / 8. Oktober 2004


"Introvertiertheit gepaart mit einem lachenden Auge"

von Erwin Hirtenfelder

 

Ina Loitzl ist in fast allen Medien zu Hause. Die Arbeiten der Kärntner Künstrlerin bestechen durch Humor und subtile Gesellschaftskritik.

 

Als sie zum ersten Mal das Haus ihrer Schwiegereltern im Rosental betrat und dabei die „erste bewusste Konfrontation mit toten Tieren im Wohnbereich“ erlebte, war dies für sie der Anstoss zu einer neuen Serie von Arbeiten. In Folge schuf Ina Loitzl ihr ganz persönliches „Jagdzimmer“, eine Ansammlung von „heimatlichen Elementen“, die die gebürtige Klagenfurterin mit ironischer Hintergründigkeit verfremdete. Die „Krickalan“, die ihr der Schwiegervater schenkte, überzog sie mit Latex, um sie anschließend auf Pin-ups mit wohlgerundeten Damen zu montieren. Zu dieser erotischen Trophäensammlung gesellte sie Mädchenlocken, die ihr Bruder von seinen Freundinnen gesammelt hatte.

 

Ist es in ihrer „Jagdzimmer“ - Installation der Trieb des Wilderns, das Protzen mit Trophäen und das männliche Faible für Waffen, die sie kritisch hinterfrägt, so ist es in anderen Arbeiten ihre eigene Rolle als Frau, Mutter oder Künstlerin. Fast immer schöpft Loitzl ihre Kunst aus dem Alltag, aus den Versatzstücken der heutigen Konsum- und Lebenswelt. Ken und Barbie oder das Almdudlerpärchen sind ebenso Bestandteile ihrer Videos und Stickereien wie ihre beiden Söhne Moritz und Kilian. Ein „Suppenwürfelspiel“ thematisiert für sie „auf spielerische Weise die oft qualvolle Beziehung zwischen Frau und Küche“, eine Fotoinstallation mit Schminkspiegeln den Schönheitswahn unserer Zeit.

 

Auch wenn sie sich als „Einzelgängerin“ sieht, so steht sie doch in der großen Tradition radikaler feministischer Selbstbefragungen. Maria Lassnig oder Valie Export sind nicht zufällig „Vorbilder“ von ihr.

 

Kommunikation

 „Laut meinen Eltern war ich ein braves Kind, allerdings habe ich immer alles angekritzelt“, erinnert sich die sympathische 32-Jährige an ihre künstlerischen Anfänge. Später studierte sie am Salzburger Mozarteum Grafik und Visuelle Medien und wurde Gasthörerin von Peter Weibel an der „Angewandten“ in Wien.

 

Seit ihre Kinder auf der Welt sind, nützt Ina Loitzl vor allem die ruhigen Abendstunden, um ihre Kreativität auszuleben. Dann wird gestickt („mein tägliches Yoga“), gezeichnet oder ihr Mann beim Duschen fotografiert.

 

„Kunst“, so die Viktring – Absolventin „ist für mich eine spannende Kommunikationsform“ und zugleich „Introvertiertheit gepaart mit einem lachenden Auge“. In der Galerie 3 kann man Ina Loitzl ab 4. November ins lachende Auge blicken.

 

Christine Grundnig – Wetzlinger nominierte…

 Ina Loitzl, weil die Künstlerin mit ihrer Body Art „an einem aktuellen Diskurs teilnimmt. Sie arbeitet konsequent und individuell und scheint über ein gehöriges intellektuelles und kreatives Potential zu verfügen, was erhoffen lässt, dass sie am besten Wege dazu ist, sich eine starke eigene Position innerhalb des aktuellen österreichischen Kunstschaffens zu sichern.“

 

Christine Grundnig ist Kunsthistorikerin und leitete die Kunstsammlung des Landes Kärnten.