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KLEINE ZEITUNG / 22. November 2007

             

"Wo die Lederhose jodelt" von Willi Rainer

 

Lustvolle Griffe in die Requisitenkammer:

Ina Loitzl in der „Heimat II“

 

Was „Heimat“ ist? Die Antwortversuche auf diese Fragen sind Legion. Das meiste davon nimmt sich aus wie eine Malgam aus Ahnung und Halbbildung und dient der Politik als ideeler Überbau eines unbegründbaren Entwurfes.

 

Die Künstlerin Ina Loitzl nähert sich dem Phänomen ihrer Kärntner Heimat von Wien aus mit kynischer Vernunft. Greift lustvoll in die Requisitenkammer von Kitsch und Klischee und entlarvt Heimat als fröhliche Gemütsverfassung, die einen ernsthaften Zustand gar nicht aufkommen lässt. Wo sich Trachtenpärchen tummeln, die Lederhose jodelt, der Balkon schuhplattet, die Kuchlschürze aus bunten Flicken (mit Totenköpfen) besteht und eine g’sunde Watsch’n befreiendes Kinderlachen ad absurdum führt, da schlägt man mitunter Wurzeln.

 

Loitzl zeigt es mit Textilarbeiten, Collagen, Videoinstallationen und Fotoarbeiten, in denen sie die Versatzstücke der Folkloreindustrie bloßlegt und in eine neue Bildsprache transformiert. Eine Farce, gespielt um die Depression ihrer Kritiker zu vertiefen.