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Wiener Zeitung / 28. April 2010
Ina Loitzl wendet eben die traditionellen weiblichen Techniken an, um ihr Publikum zu beeindrucken. Ach, weint sie, während sie sich gleichzeitig die Wimpern tuscht und rückwärts einparkt? Nein, sie häkelt, stickt und näht ( ohne dabei rückwärts einzuparken). Die aufwändigen Handarbeiten sind noch dazu anatomisch halbwegs korrekt. Aber es sind keine Socken, es sind Organe. In der Kro Art Gallery sieht’s jedenfalls aus wie in der Speisekammer eines Kannibalen. Die barocke Ausschweifung ist überwältigend. Gebärmütter werden zu kecken "Vanitasblüten" (weil sie in den Wechseljahren verwelken?), Strapse zu Eileitern, Innereien zu innerer Schönheit. Auch Unisex-Organe (Herz, Lunge) schwanken zwischen Horror und süßer Romantik. Vom spielerischen Umgang mit der Anatomie profitiert auch der freche Aufklärungsfilm über die Unaussprechliche. Über die Unterhose? Nein. Die Sexyrippennuklear- ... ach, die DNS halt.
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